Linux bleibt stehen, was jetzt?

Gelegentlich kommt es auch im besten Betriebssystem (Linux!) vor, dass alles stehenbleibt. Die erste Reaktion ist meist „Strom aus“ und alles auf Anfang. Dabei habe ich jedoch immer ein bisschen ein schlechtes Gewissen, ob nicht irgendein Teil Schaden nimmt.

Als Alternative bietet sich an, mit der Tastenfolge „Strg Alt F1“ in eine Konsole zu wechseln, in der man dann Befehle abgeben kann. Dabei habe ich schon mindestens drei verschiedene Varianten erlebt.

  • Es gibt Fälle, in denen mit dieser Tastenkombination keine Konsole geöffnet werden kann. Dann hilft wirklich nur noch „Strom aus“. Siehe aber auch die Kommentare zu diesem Artikel.
  • Mit dem Befehl ps -fu<uid> in der Konsole, wobei für <uid> der Benutzername zu setzen ist, also etwa ps -fupeter, wenn peter der Benutzername ist, erhältst du eine Liste aller laufenden Prozesse. Normalerweise hast du einen bestimmten Verdacht, welches Programm der Übeltäter ist, in der Regel ist es auch eines der zuletzt gestarteten, sodass du versuchsweise diesen Prozess töten kannst. Die Prozessnummer ist die erste Zahl nach dem dem Benutzernamen, der Befehl lautet typischerweise sudo kill -9 1234, wenn etwa 1234 die Nummer des zu tötenden Prozesses ist.
    Wie komme ich wieder zurück zu meiner gewohnten Benutzeroberfläche? Dies bewirkt die Tastenkombination „Strg Alt F7“. Wenn du Glück hast, ist dein System wieder benutzbar. Wenn nicht, gibt es vielleicht noch weitere Kandidaten zum Töten.
  • Wenn trotz dem Abbruch von Prozessen (oder wenn du keine Kandidaten findest), das System nicht weiterläuft, kannst du immer noch dem Befehl zum Herunterfahren des Systems geben: shutdown.

Über zhongxiong

peter.preus@gmx.de peter-preus.de
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6 Antworten zu Linux bleibt stehen, was jetzt?

  1. Martin (IQ) schreibt:

    Bin gerade über diesen Beitrag gestolpert. Deswegen ein kurzer Hinweis. Auch unter Linux gibt es so etwas wie einen Affengriff, der selbst dann noch funktionieren könnte, wenn du keine Konsole mehr öffnen kannst: Alt + Druck + REISUB. Näheres unter http://kember.net/articles/reisub-the-gentle-linux-restart/

    • zhongxiong schreibt:

      Vielen Dank, Martin. Das ist wirklich eine interessante Rettungsmöglichkeit. Der angegebene Verweis funktioniert zwar nicht, aber über die Google-Suche nach REISUB fand sich eine Wikipedia-Seite, wo das ausführlich erklärt wird. Ich werde sie mir abdrucken und in der Nähe meines Linux-Klapprechners für alle Fälle aufbewahren.

      • Martin (IQ) schreibt:

        Huch, als ich den Kommentar verfasst habe, hat der Link noch funktioniert. Dann würde ich den an deiner Stelle lieber entfernen oder gegen einen funktionierenden austauschen.

        Du könntest natürlich auch gleich deinen Artikel um den Hinweis ergänzen. Den Strom abzustellen sollte nämlich immer die wirklich allerletzte Möglichkeit sein.🙂

  2. zhongxiong schreibt:

    Beim Strom ausschalten verweise ich jetzt auf die Kommentare, das könnte genügen, denn mit Google und dem Stichwort REISUB kommt wohl jeder weiter. Das Ausschalten des Stroms habe ich mir übrigens in meiner Windowszeit angewöhnt, das hat den Hammer ersetzt.

    • Martin (IQ) schreibt:

      Das Ausschalten des Stroms ist unter Linux aber problematischer als unter Windows, weil Lese- und Schreibzugriffe auf die Festplatte im Arbeitsspeicher gepuffert werden.

      Wenn du den Rechner einfach ausschaltest, geht der Inhalt des Arbeitsspeichers verloren und im schlimmsten Fall droht Datenverlust. Deswegen sollte das wirklich nur der allerletzte Notnagel sein.

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