Audio-CD rippen

Bei Software ist es ähnlich wie bei Heilmitteln. Je mehr Programme oder Mittel es für ein Problem gibt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass keines davon so richtig etwas taugt. Im Augenblick habe ich zwei Programme etwas näher angesehen, von denen ich anschließend ein paar Eigenschaften nenne. Ich beschränke mich vorerst auf die Erstellung von MP3-Dateien aus Audio-CDs. Weitere Programme und weitere Musikformate sollen folgen.

1. Der Dateimanager Dolphin in Linux (Version 2.0 unter KDE 4.8.5):

Wenn eine Audio-CD eingelegt wird und man angibt, dass sie mit dem Dateimanager geöffnet werden soll, kann man Erstaunliches sehen. Dolphin tut so, als lägen die einzelnen Stücke nicht nur als .wav-Dateien vor, sondern auch als .cda, .flac, .mp3 und .ogg. Für die Einzelstücke, die sich (außer WAV) mitnichten auf der CD befinden, werden Größen angegeben. Für eine bestimmte CD waren die Größen für CDA, FLAC, MP3, OGG und WAV der Reihe nach 476 MiB, 298 MiB, 43 MiB, 36 MiB und 476 MiB. Diese Zahlen kann man als Anhaltspunkt dafür nehmen, welche Komprimierung mit den einzelnen Formaten so in etwa zu erreichen ist.

Wenn man jetzt etwa den Platzhalter für eine MP3-Datei von der CD auf die Festplatte kopiert, wird insgeheim eine Konvertierung von WAV nach MP3 vorgenommen, so dass nach Abschluss des Kopierens tatsächlich eine MP3-Datei auf der Festplatte vorliegt.

Leider kann man nicht angeben, wie in MP3 umgewandelt werden soll (ich habe nichts gefunden). Das Ergebnis bei einem Versuch war so, dass der MP3-Ordner auf der CD zwar mit 43 MiB ausgewiesen war, die Kopie auf der Festplatte aber 66 MiB groß war.

Da die Größe einer MP3-Datei jedoch von der verwendeten Bitrate abhängt, könnten beide Werte richtig sein, weil sie sich auf 128 kBit/s bzw. ca. 192 kBit/s beziehen. Warum ich auf ca. 192 kBit/s als tatsächlich verwendete Bitrate komme, liegt darin begründet, dass bei der Konvertierung derselben CD mit dem Windows Media Player bei einer Bitrate von 192 kBit/s der entstehende Ordner eine Größe von 65 MiB aufwies.

Wer genau hinsieht, fragt sich aber, wieso ich „ca.“ schreibe. Als ich mit dem Windows Explorer (= Dateimanager) bei vier Stücken von zwei CDs die Bitrate angesehen habe, hatten sie beim Rippen mit dem Windows Media Player alle den Wert 192 kBit/s (war ja so eingestellt), während das Rippen mit Dolphin die Werte 194, 198, 198 und 206 ergeben hatte. Das klingt irgendwie nach variabler Bitrate, aber einen rechten Reim kann ich mir nicht darauf machen.

Dolphin benötigte für eine bestimmte CD etwa 18 Minuten, für eine andere etwa 8 Minuten.

2. Der Windows Media Player (Version 12.0 unter Windows 7):

Die Größe des Ordners mit den MP3-Dateien war etwa 65 MiB, also ziemlich gleich mit der Dolphin-Version.

Die benötigte Zeit war wesentlich geringer: Etwa 4 Minuten statt 18 Minuten bzw. 3 Minuten statt 8 Minuten.

Ein wesentlicher Nachteil des Windows Media Players war, dass es öfters zu der Fehlermeldung kam, dass mindestens 1 Datei nicht kopiert werden könne, das heißt natürlich, dass er dann gar nichts gemacht hat. Beim Untersuchen der Optionen stellte sich heraus, dass der Zielort für das Kopieren verschwunden war und auch nicht eingetragen werden konnte. Dieses betreffende Fenster kann mindestens auf drei verschiedene Weisen aufgerufen werden. Bei zwei von diesen Wegen war das Ergebnis wie geschildert (Ziel war weg und konnte nicht angegeben werden), während (das gleiche!!!) Fenster, auf dem dritten Weg aufgesucht, das Ziel sogar ordentlich enthielt, so dass nach dem Klick auf OK die Kopie gemacht werden konnte.

Ein wesentlicher Vorteil des Windows Media Players ist, dass er versucht, die CD-Bilder (album cover) aus Internetquellen zu holen und sie dem Ordner mit den MP3-Dateien hinzuzufügen. Allerdings ist meines Erachtens das Ergebnis unnötig kompliziert (oder ich habe noch nicht den richtigen Blick). Das CD-Bild kommt in zwei Größen, 200 x 200 und 75 x 75 Pixel und das je zweimal!

Die Dateinamen sind in einem Fall (in der Reihenfolge „groß, klein, klein, groß“) die folgenden gewesen:

AlbumArt_{5B4E150D-C1C6-48C3-AECE-26A55B88F07A}_Large.jpg
AlbumArt_{5B4E150D-C1C6-48C3-AECE-26A55B88F07A}_Small.jpg
AlbumArtSmall.jpg
Folder.jpg

Der Windows Media Player legt einen Ordner mit dem Namen des Künstlers (?) an. Darin befindet sich ein Ordner mit dem Namen der CD und einer Datei namens desktop.ini. Im Ordner mit dem Namen der CD befinden sich dann die MP3-Dateien, die oben beschriebenen Bilddateien und nochmal die identische desktop.ini. Diese Datei stört eigentlich nicht, sie hat allerdings nur in Windows eine Bedeutung für die Darstellung von Ordnerinhalten. Wenn die MP3-Dateien nur an anderen Stellen gebraucht werden, braucht man die desktop.ini nicht mitzunehmen.

Über zhongxiong

peter.preus@gmx.de peter-preus.de
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Eine Antwort zu Audio-CD rippen

  1. Wildkatz schreibt:

    Hey, ich habe dich getaggt.

    Vielleicht hast du ja Lust mitzumachen: http://mogwaijournal.wordpress.com/2013/02/09/1-stockchen-11-dinge-uber-mich/🙂

    LG Wildkatz

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